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Tyler Surrey: »It’s all a Trial «
Freestyle

Tyler Surrey: »It’s all a Trial «

Was treibt einen Menschen von Kalifornien nach Barcelona? Wenn die Antwort »Beton« lautet, kann es sich nur um einen Skateboarder handeln. Beim Shooting mit Tyler Surrey ging es allerdings auch um (und über) den SEAT Leon. Wobei der 32-Jährige sich sehr um Zurückhaltung bemühte, um den Lack nicht zu zerkratzen.

  • Text:
    Natalie Diedrichs
  • Fotos :
    Markus Henttonen

Sie sind gerade von San Diego nach Barcelona gezogen – was ist für Skateboarder an der Stadt so faszinierend?
Barcelona ist natürlich wegen der Architektur, also wegen der Plätze und öffentlichen Räume, ein Mekka für Skateboarder. Als die ersten Skater vor etwa zwanzig Jahren hier anfingen zu skaten, sahen andere Menschen ihre Videos und zogen hinterher. Außerdem ist es diese Mischung – man könnte Barcelona eine Art Mini-New York nennen, also eine Stadt, die sich auch durch die unterschiedlichsten Kulturen definiert. Dazu kommt natürlich der Tourismus, die entspannte Stimmung und die Tatsache, dass es sich um eine Metropole handelt, die auch noch Strände bietet. So gesehen bietet Barcelona das Beste aus allen Welten.

Haben Sie so etwas wie eine liebste Tageszeit?
Ja, kurz bevor die Sonne untergeht. Es ist nicht zu heiß, man kann sehr gut skaten, dazu ist das Licht perfekt zum Filmen – es hat schon einen Grund, warum man es die Goldene Stunde nennt.

Wie sind Sie zum Skateboarden gekommen?
Ich habe einen Bruder, er ist fünf Jahre älter als ich. Natürlich will man das Gleiche wie der ältere Bruder tun – und er hat geskatet und es sah cool aus. Ich lief also immer mit ihm und seinen Freunden mit.

»Das Wichtigste ist die Fähigkeit zu fallen.«

Was braucht man, um ein guter Skater zu werden?
Gute Frage. Man macht es ja, weil man es liebt, und nicht, um besser zu werden. Das Können ist nur ein Nebenprodukt der Leidenschaft. Es ist ja so, dass man täglich fünf bis sechs Stunden lang übt, aber eben, weil es Spaß macht. Leistung – oder der Wille zur Perfektion – ist der falsche Antrieb.

Und wie ist es mit der Verletzungsgefahr?
Das Wichtigste ist ja die Fähigkeit zu fallen. Egal was man versucht, egal welchen Trick man übt, man wird jeden Tag stürzen. Und wer lernt, das auf die richtige Art und Weise zu tun, vermeidet Verletzungen.

Und wie lernt man zu stürzen?
Das ist Erfahrungssache. Das ist eben ein weiterer wichtiger Punkt: Man muss sich an seine Umgebung anpassen und herausfinden, wie die Bewegung am flüssigsten ist. Es schadet auch nicht, sich Videos von wirklich guten Skatern anzusehen und da auf Kleinigkeiten zu achten. Wie jemand seine Füße bewegt, wie er pusht, wie er seine Füße auf dem Brett positioniert.

Haben Sie Idole?
Einer ist Tom Penny, ein wirklich smoother Skater. Er macht das, was man »transition style« nennt – und er schafft es, dass es wirklich gut aussieht. Mark Gonzales wiederum hat das Street Skateboarding neu erfunden, und seine Videos haben mich wahrscheinlich am stärksten beeinflusst.

Wie würden Sie die internationale Skaterszene beschreiben?
Die ist wirklich eng vernetzt. Das Interessante ist ja, dass man an jeden Ort der Welt reisen kann und immer jemanden trifft, der auch skatet. Aus diesem Grund fühlt man sich immer überall zu Hause, auch wenn man die Sprache nicht spricht. Und man kann den ganzen Tag lang mit jemandem skaten, obwohl man nicht mit ihm verbal kommunizieren kann. Das ist das Einzigartige am Skateboarding. Es ist eine kleine Gemeinschaft, aber die ist auf der ganzen Welt verbreitet. Und die meisten Skater werden versuchen, einem anderen Skater zu helfen, unabhängig davon, ob sie ihn kennen oder nicht. Das ist bei anderen Sportarten anders. Wenn Sie Basketball spielen, werden Sie nicht durch die Welt reisen und sofort eine Beziehung zu jemandem aufbauen können, nur weil er auch Basketball spielt.

Was glauben Sie ist der Grund für diesen Gemeinschaftssinn?
Vielleicht weil es sich eher um einen Lebensstil handelt, um einen künstlerischen Ausdruck. Es geht nicht nur um die Tätigkeit, sondern um die Kultur, die das Skateboarden umgibt. Es gibt sogar Musik, die durch die Skateboard-Kultur beeinflusst wird, wie auch der Film oder die Kunst. Und diese gemeinsame Kultur über das Brett hinaus sorgt dafür, dass man sich als Teil einer Familie fühlt.

»Es geht nicht nur um die Tätigkeit, sondern um die Kultur, die das Skateboarden umgibt.«

Das klingt, als ob Sie übers Surfen sprechen würden.
Na klar, Skateboarding hat sich aus dem Surfen heraus entwickelt. Die Surfer fingen an, über Wellen aus Asphalt und Beton zu skaten, dann kamen die Pools. Insofern gibt es natürlich diese Verwandtschaft.

Und Sie sind in Los Angeles geboren. Trotzdem haben Sie sich für Beton entschieden, also für einen urbanen Sport.
Ich mag es, wenn in einer Stadt viele Dinge aus Beton bestehen und Skater eine neue Verwendung dafür finden, eine, die nichts mit dem ursprünglichen Zweck zu tun hat. Dazu gehören Treppen und Strukturen, die von dem Architekten mit einer Funktion bedacht sind, also um darauf zu sitzen, nicht als Kunstwerk mit einem rein ästhetischen Zweck. Und der Skater findet einen neuen Weg, Architektur in Bewegung zu integrieren und so einen doppelten Nutzen zu generieren. Ein berühmtes Beispiel dafür, dass Architekten sehr wohl wahrnehmen, wie Skater ihre Werke nutzen, ist der Love Park in Philadelphia. Der war bei Skatern sehr beliebt, und als der Park saniert wurde, gab es nicht nur bei den Skatern Proteste, sondern auch vonseiten des Architekten.

Sie haben jetzt in Barcelona mit dem SEAT Leon gedreht, wie 
war das?
Ein schönes Auto. Allerdings hatte ich Skrupel, ihn quasi als Hindernis beim Skaten zu nutzen, weil ich ihn nicht beschädigen wollte.

Was für ein Verhältnis haben Sie generell zu Autos?
Nun, es ist ja so, dass man beispielsweise in San Diego immer ein Auto braucht, um von A nach B zu kommen. In Barcelona gibt es wiederum sehr gute öffentliche Verkehrsmittel. Und was eine große Rolle beim Skaten spielt: Man geht auf Road­trips, um neue Orte zu suchen und Leute zu treffen. Wir haben mal einen Roadtrip durch Osteuropa gemacht, echt eine unvergessliche Reise. Ich glaube, wir haben in einem Monat zehn Länder besucht. Das war cool.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
Keine großen, ich bleibe erst mal in Barcelona. Ich will einfach weiter skaten und im Fluss bleiben.


Abbildungen zeigen Sonderausstattungen.

SEAT Leon 1.5 eTSI ACT 110 kW DSG (150 PS): Kraftstoffverbrauch Benzin, kombiniert: 4,9 l/100 km; CO₂-Emissionen, kombiniert: 112 g/km; CO₂-Effizienzklasse: A* 


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