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Surfing in the City
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Surfing in the City

Die stehende Welle an der Prinzregentenstraße zählt zu den bekanntesten der Welt: Noah Sheik surft bereits seit über 25 Jahren auf dem Münchner Eisbach. Hier erzählt er, was den Surfspot an der Südspitze des Englischen Gartens so besonders macht.

  • Text:
    Noah Sheik
  • Fotos:
    Max von Treu

Die Eisbachwelle ist einzigartig – wo sonst kann man mitten in der Stadt surfen? Dieser Spot ist eine Oase, ich nenne ihn auch gerne: die Yoga-Halle für Surfer. Egal, wie stressig dein Tag war, du hast immer die Chance, auszubrechen und alles, was dich gerade nervt, für einen Moment zu vergessen. Du musst keine Weltreise unternehmen, du parkst, springst in deinen Anzug und kannst dich sofort auf die Welle stellen. Sie ist ja immer da. Anders als am Meer, wo du ja immer warten und gucken musst, wie da gerade die Konditionen sind. Ich selbst war hier als Zehnjähriger zum ersten Mal surfen. Damals war das eine eingeschworene Gemeinschaft, man kannte sich, fast wie eine Familie.

Der Eisbach ist einzigartig – wo sonst kann man mitten in der Stadt surfen?

Die Szene hat sich in den letzten Jahren sehr verändert, die Surf-Population ist wahnsinnig gewachsen. Früher waren es vielleicht ein paar hundert Surfer, jetzt sind es einige tausend. Da kommen inzwischen Leute aus der ganzen Welt zum Eisbach. Von den alten sieht man kaum noch jemanden. Früher fanden wir es total lässig, mit dem Surfbrett unter dem Arm durch die City zu fahren. Aber mittlerweile ist dieses Bild so normal geworden, dass keiner mehr guckt. Klar, die Welle ist für alle da, aber natürlich nervt es, wenn es zu voll ist und du lange anstehen musst. In München gibt es zum Glück noch ein paar andere Surfspots, zum Beispiel auf der offenen Isar: Da hast du ein-, zweimal im Jahr die Möglichkeit, bei Hochwasser zu surfen.

Die Welle ist immer da. Anders als am Meer.

Obwohl dieser Spot vor der Renaturierung der Isar noch besser und gefährlicher war. Dann gibt es noch die Floßlände und die Welle im Englischen Garten, die sind gut für Anfänger. Nie vergessen werde ich diesen Nachmittag im Sommer 2006. Es war Fußball-Weltmeisterschaft, Deutschland spielte und alle saßen irgendwo vor dem Fernseher oder waren beim Public Viewing. Ein heißer Tag, über 30 Grad, zwei Kumpels und ich waren ganz alleine am Eisbach. Zur Primetime, wo dort normalerweise 40 Leute stehen. Das Wasser war so perfekt an dem Tag, glasklar und grün. Von Weitem hörten wir die Fußballfans grölen – und wir haben laut gejubelt, weil wir 90 Minuten lang die Welle ganz für uns alleine hatten. Das war mit Abstand meine coolste Session auf dem Eisbach.

Egal, wie stressig dein Tag war, du hast immer die Chance, auszubrechen


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