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Markus Henttonen: Liebe auf den ersten Klick
Freestyle

Markus Henttonen: Liebe auf den ersten Klick

Markus Henttonen gilt als visueller Geschichtenerzähler. Seine eigene Story würde wahrscheinlich den Titel tragen: Ein Finne sucht das Licht. Geboren in dem Städtchen Lahti, wo es lange Winter, ein Ski-Museum und viel Schnee gibt, zog es ihn für einige Jahre nach Berlin. Die Stadt fand er toll, aber künstlerisch lief nicht viel. Dem 44-Jährigen fehlte die Inspiration und vielleicht auch einfach nur die Sonne. Seit seinem Umzug nach Spanien ist der Fotograf kreativer denn je, shootet am liebsten vor Ort, bei natürlichem Licht. Genau dann ist für ihn die Magie der Fotografie am präsentesten. Und der Erfolg spricht für sich: Henttonens Arbeiten konnten bislang in drei Bildbänden und mehr als hundert Ausstellungen bewundert werden. Im Interview erklärt der Künstler, wie ihn das Skateboarding geprägt hat, was ein perfektes Bild ausmacht und bei welcher Temperatur ein Saunagang so richtig Spaß bringt.

  • Text:
    Iris Soltau
  • Fotos :
    Markus Henttonen

Für unsere Fotoserie hast Du den Skater Tyler Surrey fotografiert. Was ist das Besondere an der Skate-Fotografie und worauf muss man achten?
Du musst mit dem Sport vertraut sein, sonst ist es so gut wie unmöglich, ein gutes Bild zu schießen. Das Timing ist wichtig, du solltest den Trick und die Position des Boards kennen. Und wenn du das alles weißt, ist so ein Shooting sehr kreativ: Du kannst verschiedene Blitztechniken und Verschlusszeiten ausprobieren und die Umgebung und Architektur optimal nutzen. Ich selber habe lange keinen Skater mehr fotografiert, darum hatte ich super viel Spaß am Shooting mit Tyler. Das war sozusagen eine Rückkehr zu meinen fotografischen Wurzeln.

Du kommst selber aus der Skaterszene, wie hat Dich dieser Lebensstil geprägt?
Durch das Skaten habe ich gelernt, eine Stadt zu betrachten. Ich begann mich für Architektur zu interessieren und dafür, wie man die Umgebung in die Fotos integriert. Viele Skateboarder, die ich kenne, sind kreative Leute, spielen Musik, sind Künstler, Fotografen ...

Was macht ein gutes Bild aus?
Das Foto muss nicht technisch perfekt sein, aber es soll den Betrachter dazu bringen, etwas zu fühlen, sich zu beziehen oder zu erinnern. Das Bild muss ihn einfangen, auch wenn er sich vielleicht nicht erklären kann, warum.

Weißt Du bereits in dem Moment, in dem Du den Auslöser drückst, dass das Foto gelungen ist?
Ja, ziemlich oft. Vielleicht kann man das mit dem Gefühl vergleichen, einen Skatetrick erfolgreich zu landen. Ein Klick – und alles fühlt sich richtig an. Die besten Shots sind übrigens meistens spontan und lassen sich auch nicht wiederholen.

Derzeit lebst Du in Sitges, einer Künstler-Hochburg in der Nähe von Barcelona. Wie wirkt sich der Ort auf Deine Arbeit aus?
Sitges ist eine wunderschöne Küstenstadt mit erstaunlichem mediterranem Licht. Ich fühle mich privilegiert, an einem Ort zu leben, an dem ich innerhalb von 15 Minuten von meinem Zuhause aus eine Vielfalt an Locations finde und das ganze Jahr über im Freien bei natürlichem Licht fotografieren kann. Und Barcelona, ​​eine meiner All-Time-Lieblingsstädte, ist nur eine halbe Stunde entfernt.

»Das Bild muss dich einfangen, auch wenn du dir vielleicht nicht erklären kann, warum.«

Für unser Shooting hast Du auch den SEAT Leon in Szene gesetzt. Ist ein Auto etwas, das Dich von A nach B bringt, oder bedeutet es Dir mehr?
Leider ist mein aktuelles Auto hauptsächlich dafür gedacht, meine Fotoausrüstung zu transportieren. Aber ich träume von einem Oldtimer. Ich mag das zeitlose Design der Autos zwischen ’77 und ’84.

Viele Deiner Werke zeichnen sich durch eine melancholische Stimmung aus. Sind das Deine finnischen Wurzeln, die sich bemerkbar machen?
Definitiv. Finnland, Dunkelheit und Kälte. Ich arbeite bewusst daran, die Melancholie in meinem Stil abzuschwächen. Aber jetzt im sonnigen Spanien ist das gar nicht mehr so ​​schwer.

»Ein Klick – und alles fühlt sich richtig an. Die besten Shots sind meistens spontan.«

Spezialfrage: Bis zu wie viel Grad hältst Du es in der Sauna aus?
Ich halte Temperaturen bis zu 100 Grad aus, aber weißt Du, was wirklich perfekt ist? Eine Sauna am See mit einer Temperatur um die 70 Grad und einer guten Luftfeuchtigkeit; es riecht nach Birkenblättern und das Feuer im Ofen knistert. Und wenn ich will, springe ich danach in den See. Beim Saunieren kann ich wunderbar Stress abbauen. Obwohl ich kürzlich erst entdeckt habe, dass Schlagzeugspielen dafür noch besser geeignet ist.

Angenommen, Du könntest einen Abend mit Tony Hawk, Wolfgang Tillmans oder Aki Kaurismäki verbringen – wen würdest Du wählen?
Nun ja, Aki redet ja nicht so viel, den streiche ich direkt schon mal von der Liste. (lacht) Tony Hawk respektiere ich für seine erstaunliche Karriere. Aber spannender finde ich Typen wie Mark Gonzalez, der innovativste Skateboarder aller Zeiten, der Kunst lebt und atmet, oder Tommy Guerrero, der sich neben Skateboarding eine bemerkenswerte Musikkarriere aufgebaut hat. Tatsächlich würde ich gerne einmal Wolfgang Tillmans treffen. Eines meiner ersten Fotobücher war sein Bildband „Burg“. Es hat mich schier umgehauen, zu sehen, was Fotografie auch sein kann. Tillmans hat einfach eine einzigartige Sicht auf die Welt. Er inspirierte mich wie kein Zweiter, meine eigenen Ausstellungs- und Buchprojekte zu starten.

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