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David Haase und die Faszination für schöne Dinge
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David Haase und die Faszination für schöne Dinge

Wenn er nicht knipst, ist er auf dem Sonnendeck: Fotograf David Haase ist auch ein passionierter Segler, der die Natur liebt und Erlebnisse, Erinnerungen und Farben in seine Bilder einfließen lässt. Für uns war er an Land unterwegs.

  • Text:
    Iris Soltau
  • Fotos:
    David Haase

Ohne viel Chichi und Umwege direkt zum Ziel: Mit 16 begann David Haase eine Ausbildung zum Grafikdesigner in einer Werbeagentur und fand so viel Spaß am kreativen Tun, dass er neben Job und Berufsschule nachts noch seinen eigenen Kundenkreis mit Flyern & Co versorgte. Nebenbei begann er zu fotografieren. Der Sprung in die Selbständigkeit lag nahe – für einen normalen Nine-to-five-Job wäre der Berliner sowieso viel zu ungeduldig. Mittlerweile ist der 26-Jährige ein gefragter Werbe- und Lifestylefotograf, der Kampagnen für namhafte Brands in Szene setzt. Im Interview verrät er, was ihn inspiriert und warum gute Kunst ein Verliebtheits-Gefühl in ihm auslöst. Und er erzählt von einem magischen Moment auf dem Mittelmeer.

Das Shooting, das Du für uns mit dem Freerunner Louke Wilson gemacht hast, sieht wirklich spektakulär aus. Was war die größte Herausforderung?
Ach, das lief eigentlich wie von selber. Gleich zu Beginn haben Louke und ich die Grenzen des Möglichen ausgetestet. Als er dann Anlauf nahm und über die Breitseite des Autos sprang, wusste ich: Hier gibt’s kaum Grenzen. Ab diesem Punkt konnten wir uns austoben und wild experimentieren.

Du arbeitest für namhafte Kunden, die natürlich genaue Wünsche haben. Bleibt für Dich trotzdem genug Raum für kreative Freiheit?
Bei Shootings für SEAT hatte ich künstlerisch immer schon freie Hand, da wurde mir von Anfang an vertraut. Das ist natürlich toll. Generell solltest du als Fotograf zu deiner Vision stehen. Selbst wenn ein Kunde mir seine Vorstellungen erklärt und meinen kreativen Rahmen damit einschränkt, ist es mir wichtig, mir selber treu zu bleiben. Dafür braucht man Selbstbewusstsein.

Was löst ein gutes Foto in Dir aus?
Kreative Werke – egal, ob gemalt, fotografiert oder musikalischer Art – bewegen mich, wenn ich mich in sie verliebe. Ich würde »verlieben« so definieren: Ich entdecke zum ersten Mal eine bisher ungeahnte Zuneigung für etwas. Und finde mich ein Stück weit dort drin selber wieder.

»Generell solltest du als Fotograf zu deiner Vision stehen.«

Was inspiriert Dich?
Alles, was in der Vergangenheit einen prägenden Eindruck hinterlassen hat, ist in meinem tiefsten Inneren noch immer ein Thema. In meinen Bildern versuche ich, diese Gefühle wieder aufleben zu lassen. Ein intimer Input, der regelmäßig meine Arbeit beeinflusst. Und das Schöne ist: Solange ich lebe, wird diese Quelle nicht versiegen.

Jetzt musst Du aber ein bisschen mehr über Dich erzählen …
Als kleiner Stöpsel habe ich auf Gran Canaria gelebt. Meine ersten Erinnerungen sind Palmen, Sonnenstrahlen und Meeresluft. Als ich älter wurde, zogen wir nach Deutschland, wo ich in einer Gärtnerei voller Pflanzen und unterschiedlicher Vegetation aufwuchs. Als Teenager restaurierte ich eigenhändig ein altes Moped, das erste Auto musste dann ebenfalls ein Oldtimer sein. Du siehst also, die Faszination für schöne Dinge war schon immer da, ganz gleich, ob von Natur oder Menschenhand erschaffen. Nach meiner Ausbildung zum Grafikdesigner begann ich als Fotograf zu arbeiten. Vor Kurzem stieg ich ins Segel-Geschäft ein und fand den Weg zurück ans Meer. Mein Instagram-Account erzählt diese Geschichte. Nicht chronologisch – wild durcheinander. Manche dieser Eindrücke sind zwanzig Jahre alt, andere zwei Wochen.

Heute, wo unendlich viele Bilder durch die Social-Media-Feeds fluten, ist es für einen Fotografen sicher schwierig, eine spezielle Handschrift zu entwickeln. Fluch oder Segen, was meinst Du?
Social Media kann manchmal anstrengend sein, aber gibt uns gleichzeitig die Chance, gewisse Momente zu archivieren und zu reflektieren, wie unser Leben aussieht. Auf diese Weise kann ich sehen, was ich gelernt und erreicht habe und was ich erleben durfte. Das hilft mir, dankbar zu sein. Ein persönliches Moodboard von einem guten Leben. Von meinem Leben.

»Die Faszination für schöne Dinge war schon immer da.«

Welche Tipps würdest Du Anfängern geben, um ihren eigenen Look zu finden?
Das Wichtigste ist, eine Beziehung zu Licht, Farben und Themen aufzubauen und damit eine klare eigene Meinung zu entwickeln. Das ist die Grundlage für eine eigene Bildsprache.

Was machst Du, wenn Dir zu einem Thema absolut nichts einfällt?
Mir eine Pause gönnen und der Idee die nötige Zeit geben. Früher oder später kommt der richtige Gedanke, darauf kann ich mich verlassen.

Worin bist Du richtig gut?
Im Aufsaugen von Wissen, Inspirationen und Ideen.

Welches Bild hängt in Deinem Wohnzimmer?
Gar keins – aber ein Urwald von Hängepflanzen.

Verrate uns einen magischen Ort …
Nachts auf dem Mittelmeer, unterwegs mit dem Segelboot. Deine Hängematte schaukelt im Gleichtakt der Wellen, du spürst, wie dich ein warmer Windzug streift. In der Ferne siehst du ein Unwetter aufblitzen, aber kein einziger Regentropfen wird dich erreichen. Wenn du dich ins pechschwarze Wasser traust, wirst du mit dem Anblick von Leuchtplankton belohnt, das um deinen Körper herum aufleuchtet.

Ärgerst Du Dich, wenn Du in besonderen Augenblicken Deine Kamera nicht am Start hast?
Klar, als Künstler finde ich es schade, wenn ich gewisse Momente nicht im Bild festhalten kann. Aber als Mensch kann ich sie trotzdem genießen.


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