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Bunt und bildschön: Bilbao
Culture

Bunt und bildschön: Bilbao

Lebhaft, kulturell und bunt: Das ist Bilbao. In der spanischen Atlantikstadt trifft Tradition auf Moderne, Kunst und Kultur auf viel Sonnenschein und Lebenslust – einzigartige Verkehrswege ebenfalls mit inbegriffen. In unserem Artikel erfährt man, was man in und um Bilbao gesehen haben sollte.

  • Text:
    Marko Knab
  • Bilder:
    unsplash.com

Puente de Vizcaya

Die Leute in Sachen Flussüberquerung hängen lassen? Ist in Bilbao der Standard, aber anders als man zunächst denkt. Denn mit der »Puente de Vizcaya« besitzt die Stadt die älteste Schwebefähre überhaupt. Ja, richtig gehört: hier werden Fahrzeuge und Personen mit einer hängenden Transportfähre über den Fluss befördert – und das schon seit 1893. Nicht nur das Gefühl bei der Überfahrt ist ziemlich einzigartig, auch der Anblick von außen ist alles andere als Gewöhnlich. Und die inzwischen als Unesco Weltkulturerbe gelistete Brücke damit so oder so ein absoluter Pflichtspot, wenn man in der nordspanischen Stadt unterwegs ist. Und wer schwindelfrei ist und unabhängig sein will, der nimmt den Fußweg in 50 Metern Höhe.

© El Carito

Street Art

Früher war Bilbao noch eine Industriestadt, inzwischen ist sie das kulturelle Zentrum Nordspaniens. Und damit das komplette Gegenteil der Vergangenheit – auch optisch. Zu tun hat das nicht zuletzt mit den zahlreichen Street Art-Kunstwerken, die sich beinahe an jeder Straßenecke finden. Ein paar Hotspots für die öffentlich zugänglichen Kunstwerke gibt es trotzdem. Zum Beispiel in der Gegend des »Ribera de Deutso«: Rund um die Universität finden sich viele Murals, und die bis zu siebenstöckigen Gebäude an der südlich gelegenen Plaza Kirikiño sind gleich haushoch von Künstlerhand gestaltet. Schlendert man durch die restlichen Stadtteile, wird sowieso schnell klar: Bilbao ist eine einzige große Freiluftgalerie.

Kunstviertel

Dass Bilbao und seine Umgebung inzwischen bunt und künstlerisch ist, wissen wir schon. Was aber der Wandel weg von der Industrie hin zur Kunst auslöste? Tatsächlich war es der Bau des weltbekannten Guggenheim-Museums: Einmal von der Galerie auf Trab gebracht, gab es für Bilbao kein Halten mehr. Weitere, private Galerien folgten nach, genauso wie Künstler, Restauratoren und andere Kulturschaffende. Mittlerweile ist dieses Phänomen unter dem Namen »Bilbao-Effekt« bekannt. Viele Kreative leben und arbeiten in einem Viertel, das sich zwischen dem Schifffahrtsmuseum und den »Jardines de Albia« aufspannt. Neben so mancher Kunstinstitution kann man dort auch zahlreiche öffentliche Werke bestaunen – darunter Installationen von Jeff Koons, Salvador Dali und auch Louise Bourgeois.

© El Carito

Altstadt

Wäre Bilbao wiederum selbst ein Kunstwerk, dann wohl eine Collage. Denn hier treffen Wolkenkratzer auf Bauwerke aus dem frühen 20. Jahrhundert und malerische Gassen in der Altstadt. Die ist auch alles andere als einfach nur »alt« und braun – vielmehr gibt sie den Ton für die restliche Stadt vor. Heißt: Auch hier ist es farbenfroh und lebhaft, architektonisch ansprechend und vor allem lecker. Egal ob kleines Café in der Seitenstraße oder die »Plaza Nueva« im Herzen der Altstadt, hier findet sich für jeden Geschmack etwas – sowohl architektonisch als auch kulinarisch. Pflicht ist hier die typisch baskische Küche, die viel auf Meeresfrüchte setzt – aber auch der Markt »Mercado de la Ribeira«, der neben vielen Snackmöglichkeiten auch optisch mit Retro-Charme überzeugt.

Gaztelugatxe

Serienfans kennen die ziemlich einzigartige Felsbrücke und die daran anschließende Insel sofort – vielleicht unter dem echten Namen »Gaztelugatxe«, aber in jedem Fall als »Dragonstone« aus »Game of Thrones«. Zugegeben, »Gaztelugatxe« liegt nicht direkt in Bilbao, aber nach nur 45 Minuten Fahrt ist das Ziel zwischen Bakio und Bermeo bereits in Sicht. Näher als auf dem 200 Meter langen Weg über den Atlantik zum ehemaligen Kloster San Juan de Gaztelugatxe kommt man dieser Serie wohl kaum – bei freiem Eintritt. Bleibt mit Blick auf den Ausflug nur noch die Frage offen: »Wollen wir beginnen?«

© Sergi Ferrete

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