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Fotograf Jeremy Soma: »Ich liebe es, mit Formen und Farben zu spielen!«
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Fotograf Jeremy Soma: »Ich liebe es, mit Formen und Farben zu spielen!«

Von der Côte d’Azur nach Biarritz und Bilbao. Und irgendwann in der Zukunft? Darf es gerne auch mal Japan sein. Fotograf Jeremy Soma sieht gerne viel – und die Dinge dabei vor allem anders. Für uns hat der 25-jährige Franzose die Skatecrew »Roll it Girl« in Bilbao besucht – im Interview spricht er über den Job, sein Auge und was das Skaten mit der Fotografie verbindet.

  • Interview:
    Marko Knab
  • Bilder:
    Jeremy Soma

Hallo Jeremy! Sonne, Bilbao, die Crew von »Roll it Girl« und der Leon – wie war das Shooting für Dich?

Es hat echt viel Spaß gemacht. Ich war tatsächlich das erste Mal in Bilbao – und habe die Zeit dort wirklich genossen. Die Crew war unglaublich, und es ist so schön, all diese Girls skaten zu sehen! Ich bin mit Skatern aufgewachsen, und es ist einfach ein Sport, der traditionell von Männern dominiert wird. Als ich ein Kind war, war es die Ausnahme, ein Mädchen skaten zu sehen.

Jetzt ist das anders – hat sich etwas in der Community verändert?

Die Nicht-Skater haben immer behauptet, dass die Community die Mädchen ausschließt – so wie angeblich jeder andere Sport, in dem man mehr Männer als Frauen sieht. Aber das stimmt nicht, wir haben die Girls immer genauso willkommen geheißen wie die Jungs. Und das ist auch selbstverständlich, hier ist jeder einfach zum Skaten da – und weil man eine tolle Zeit haben will. Deshalb ist es so schön, all die Girls jetzt im Skatepark zu sehen. Ein ganz großer Dank geht hier an Gabri, die mich als Teil der Crew willkommen geheißen hat. Das war echt schön!


Warum ist Bilbao ein perfekter Ort für so ein Shooting?

Weil es eine mittelgroße Stadt ist, die aber riesig wirkt. So kann man viele verschiedene Stimmungen an ein und demselben Ort finden.

Skatest Du eigentlich auch selbst?

Ja, früher hab ich das tatsächlich gemacht. Aber die Arbeit als Fotograf hat mich zu einem echt schlechten Skater gemacht! (lacht)

Du lebst selbst nicht weit entfernt von Bilbao in Biarritz. Surfen ist dort ein beliebter Sport. Bist Du als ehemaliger Skater auch auf den Wellen zu Hause?

Eigentlich bin ich kein Surfer, weil ich an der Côte d’Azur aufgewachsen bin. Das ist nicht wirklich ein Ort zum Surfen. Aber es war immer einer meiner Träume. An dem Tag, an dem ich nach Biarritz gezogen bin, habe ich direkt mit dem Surfen angefangen – und von diesem Tag an hab’ ich nie mehr aufgehört. Surfen ist für mich ein Weg zu entspannen und den Kopf freizubekommen. Der Ozean ist hart und alles andere als einladend, aber er gibt einem auch dieses Gefühl von Freiheit. Wenn man es erst einmal ausprobiert hat, ist es schwer, sich nicht zu verlieben.


»Ohne Fotografie gibt es kein Skaten und umgekehrt.«

Wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Wie schon gesagt: Ich bin mit Skatern aufgewachsen. Aber irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich lieber Bilder mache als zu skaten – also habe ich eine Kamera von meiner Mutter oder Freunden geliehen. Mit 15 und nach meinem ersten Ferienjob konnte ich mir dann endlich meine eigene kaufen. So einfach lief das! (lacht)

Du kennst ja beide Welten: Gibt es eine Eigenschaft, die das Skaten und die Fotografie verbindet?

Sie sind ziemlich eng miteinander verbunden, weil beide visuell geprägt sind: Ohne Fotografie gibt es kein Skaten und ohne Skaten gibt es keine Fotografie. Beide sind Ausdruck der Ideen, die man im Kopf hat. Das eine produziert am Ende einen Trick, während das andere ein Bild entstehen lässt.


»Beide sind Ausdruck der Ideen,

die man im Kopf hat. «

Die Bilder, die in Bilbao entstanden sind, besonders die Doppelbelichtungen mit dem Seat Leon, wirken auf uns sehr experimentell. Wie würdest Du Deinen Stil selbst beschreiben?

Ich liebe es einfach, mit Formen und Farben zu spielen. So gesehen habe ich einen ziemlich »grafisch« geprägten Zugang zur Fotografie. Wenn ich shoote, dann denke ich schon vorher über das finale Bild nach – und das hilft mir dann, Dinge entstehen zu lassen, an die man im ersten Moment nicht denken würde.

Was glaubst Du: Worin unterscheidest Du Dich sonst noch von anderen Fotografen?

Ich lege einfach mehr Wert auf das Storytelling als auf die Technik. Ich bin kein großer Fan von »perfekten« Bildern, ich mag Körnung, Unschärfe, Über- und Unterbelichtung. Ich fühle mich einfach in den Extremen wohler. Jeder Fotograf hat aber seine eigene Art des Ausdrucks und deshalb können wir uns nicht wirklich miteinander vergleichen. Aber vielleicht kann ich die Dinge einen Schritt weiterbringen – das ist zumindest meine Vision.

Manche Deiner Aufnahmen sind dabei auch mit einem Fisheye-Objektiv oder einem extremen Weitwinkel gemacht. Und die Autos sehen auch verfremdet aus. Warum?

Tatsächlich war das Fisheye das erste Objektiv, das ich als Teenager für meine allererste Kamera gekauft habe. Beim Skaten drehte sich einfach alles um das Fisheye – so ein Objektiv zu besitzen war noch wichtiger als die Kamera selbst. (lacht) Deshalb ist das Fotografieren mit diesem Look ganz normal für mich. Es hilft mir, unterschiedliche Formen und Blickwinkel zu entwickeln, die man in der Modewelt sonst nicht haben würde. Es ist lustig, denn in den vergangenen zwei oder drei Jahren sind Weitwinkel und Fisheye auch hier wieder zum Leben erwacht. Jetzt benutzt sie jeder – keine Ahnung, weshalb! Mir helfen diese Linsen einfach dabei, die Dinge anders zu sehen – und genau das will ich mit meiner Arbeit auch zeigen.

»Ich liebe es einfach, mit Formen und Farben zu spielen!«

Zu guter Letzt: Aus welcher Perspektive siehst Du den Leon am liebsten?

Ich stehe wirklich auf Autos – und der Leon ist ein echt schönes Fahrzeug! Perfekt für die Stadt wegen seiner Größe, aber man hat das Gefühl, dass immer noch etwas Platz da ist, wenn nötig. So gesehen mag ich die Front am liebsten: wirklich sportlich, sie fühlt sich breit an. Das ist die schönste Perspektive für mich, denn die Linien sind einfach toll und die Lichter des Autos sehen aggressiv aus – ich liebe aggressive Linien!


Abbildungen zeigen Sonderausstattungen.

SEAT Leon 1.5 eTSI ACT 110 kW DSG (150 PS): Kraftstoffverbrauch Benzin, kombiniert: 4,9 l/100 km; CO₂-Emissionen, kombiniert: 112 g/km; CO₂-Effizienzklasse: A* 


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